Praxis

Bessere Ergebnisse mit KI: 7 Tipps für gute Anweisungen

Warum liefert die KI manchmal nur Allgemeines? Sieben einfache Tipps zeigen, wie Sie bessere Ergebnisse bekommen, mit Beispielen aus Bäckerei, Handwerk und Praxis.

Die Inhaberin einer Bäckerei probiert ChatGPT aus. Sie tippt „Schreib einen Text über unseren Christstollen“ und bekommt drei Absätze, die zu jeder Bäckerei in Deutschland passen könnten. Von der Butter aus der Region und dem Rezept der Großmutter steht nichts darin. Woher soll die KI das auch wissen?

Eine Anweisung an eine KI heißt auch Prompt. Dass die Inhaberin nur Allgemeines bekam, hat einen einfachen Grund. Sprachmodelle wie ChatGPT füllen fehlende Angaben mit dem, was allgemein am wahrscheinlichsten passt. Deshalb klingen Texte ohne Hintergrund oft austauschbar. Wie das genau funktioniert, erklärt unser Beitrag über Sprachmodelle wie ChatGPT.

Für gute Prompts brauchen Sie kein Fachwissen. Es gelten dieselben Regeln wie für einen guten Arbeitsauftrag an eine neue Aushilfe. Wer genau beschreibt, was gebraucht wird, bekommt eher das Richtige. Die folgenden sieben Tipps zeigen, wie das geht.

1. Nennen Sie Rolle und Ziel

Sagen Sie der KI, in welcher Rolle sie schreiben soll und was Sie erreichen wollen. Eine Rolle ist zum Beispiel „Du schreibst für die Webseite eines Malerbetriebs“. Das Ziel beschreibt, was der Text bewirken soll. Soll er informieren, zum Bestellen einladen oder eine verärgerte Kundin beruhigen?

2. Geben Sie Kontext

Die KI kennt Ihren Betrieb nicht. Erzählen Sie ihr das Wichtigste: Wer sind Sie, wer liest den Text, und was ist vorher passiert? Je mehr Hintergrund sie hat, desto weniger muss sie raten.

Namen und Adressen braucht die KI dafür nicht. „Eine Kundin“ reicht völlig.

3. Geben Sie Beispiele mit

Ein Beispiel zeigt der KI oft besser als jede Beschreibung, was Sie meinen. Haben Sie einen Text, der Ihnen gefällt, geben Sie ihn mit und schreiben dazu: „Schreibe im gleichen Ton und ungefähr gleich lang.“ So übernimmt die KI Ihren Stil, Ihre Anrede und typische Formulierungen.

Eine Hausarztpraxis lässt so neue Aushänge für das Wartezimmer im Stil der bisherigen schreiben. Ein Handwerksbetrieb gibt zwei gelungene Angebotsschreiben mit, damit neue Angebote genauso klingen.

4. Geben Sie das Format vor

Sagen Sie, wie das Ergebnis aussehen soll. Möglich sind zum Beispiel eine E-Mail, eine Liste, eine Tabelle, ein Text mit höchstens 100 Wörtern oder drei Varianten zur Auswahl. Ohne Vorgabe entscheidet die KI selbst, und das Ergebnis wird oft länger als nötig.

Den Text der Regeln fügen Sie einfach unter die Anweisung ein.

5. Lassen Sie die KI Schritt für Schritt arbeiten

Bei größeren Aufgaben hilft es, sie in Schritte zu teilen. Lassen Sie die KI zuerst sammeln, dann ordnen und erst am Ende formulieren. Sie können die KI auch bitten, vor dem Schreiben Fragen zu stellen. So fallen fehlende Angaben auf, bevor ein fertiger Text auf falschen Annahmen aufbaut.

6. Fragen Sie nach und verbessern Sie

Sehen Sie die erste Antwort als Entwurf. Sagen Sie der KI, was Ihnen gefällt und was nicht. Dafür genügen kurze Rückmeldungen im selben Gespräch, zum Beispiel diese:

Verheddert sich ein Gespräch mit der KI, starten Sie lieber neu. Fassen Sie dann alle wichtigen Vorgaben in einer einzigen Anweisung zusammen.

Gefällt Ihnen ein Ergebnis, fragen Sie die KI, welche Anweisung sie gebraucht hätte, um es gleich beim ersten Mal so zu schreiben. Daraus wird Ihre Vorlage für das nächste Mal.

7. Prüfen Sie jedes Ergebnis

KI formuliert flüssig und klingt sicher, auch wenn sie sich irrt. Manchmal erfindet sie sogar Fakten, Zahlen oder Quellen. Fachleute nennen das Halluzination. Lesen Sie deshalb jeden Text, bevor er Ihren Betrieb verlässt. Achten Sie besonders auf:

  • Zahlen, Preise, Termine und Mengen
  • Namen, Adressen und Telefonnummern
  • Aussagen zu Recht, Gesundheit und Allergenen
  • Zusagen, die Sie so nicht geben wollen

In der Bäckerei gilt das für jede Angabe zu Zutaten und Allergenen. In der Praxis gilt es für alles, was mit Behandlung und Gesundheit zu tun hat. Hier entscheiden immer Sie.

Bei Sachfragen können Sie die KI bitten, ihre Quellen zu nennen. Öffnen Sie diese Quellen dann selbst, denn auch Quellenangaben können erfunden sein.

Was gehört nicht in eine Anweisung?

Personenbezogene Daten gehören nicht in kostenlose KI-Programme. Das sind alle Angaben, die sich einer bestimmten Person zuordnen lassen, etwa Namen, Adressen, Telefonnummern und Geburtsdaten. Besonders heikel sind Gesundheitsdaten und Unterlagen aus einem Mandat.

Bei manchen kostenlosen Angeboten können Ihre Eingaben genutzt werden, um die KI weiterzuentwickeln. Außerdem fehlt dort meist ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Das ist eine Vereinbarung darüber, wie ein Anbieter mit Daten umgeht, die er in Ihrem Auftrag verarbeitet.

Lohnt es sich, gute Anweisungen fest einzurichten?

Brauchen Sie dieselbe Art von Text jede Woche, müssen Sie die Anweisung nicht jedes Mal neu schreiben. Speichern Sie gute Anweisungen als Vorlage und verbessern Sie sie mit der Zeit.

Im Betrieb lässt sich das noch weiterführen. Eine Digitale Fachkraft arbeitet zum Beispiel nach einem festen Stellenprofil mit Ihren Vorlagen, Beispielen und Regeln. Ihr Team muss dann nicht jedes Mal neue Anweisungen formulieren und bekommt die Ergebnisse zur Freigabe vorgelegt.

Fazit

Gute Ergebnisse mit KI beginnen bei einer guten Anweisung. Nennen Sie Rolle, Ziel und Kontext, geben Sie Beispiele und ein Format vor, und prüfen Sie jedes Ergebnis selbst. Wenn Sie solche Anweisungen fest in Ihre Abläufe einbauen möchten, sprechen Sie uns im kostenlosen Erstgespräch an.

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