Grundlagen

Was ist künstliche Intelligenz? Einfach erklärt

KI steckt im Spamfilter, im Navi und in der Diktierfunktion. Wir erklären ohne Fachbegriffe, wie sie lernt, was sie kann und was sie für Ihren Betrieb bedeutet.

Es ist halb acht in einem Friseursalon. Die Inhaberin diktiert ihrem Handy eine Nachricht an die Auszubildende, und das Handy schreibt jedes Wort mit. Im Postfach ist die Werbung für dubiose Kredite schon im Spam-Ordner gelandet. Auf dem Weg zur Arbeit hat das Navi sie um einen Stau herumgeführt. Bevor die erste Kundin kommt, hat sie also dreimal künstliche Intelligenz genutzt, ohne es zu merken. Was steckt hinter dem Begriff, und was kann KI in einem kleinen Betrieb leisten? Dieser Artikel erklärt es ohne Fachchinesisch.

Was ist künstliche Intelligenz?

Künstliche Intelligenz, kurz KI, ist ein Sammelbegriff für Computerprogramme, die Aufgaben übernehmen, für die man bisher menschliches Denken brauchte. Dazu gehören gesprochene Sprache erkennen, Bilder auswerten, Texte schreiben oder Vorhersagen treffen. Den Begriff gibt es seit den 1950er-Jahren. Mit schnelleren Computern und immer mehr Daten ist KI seitdem deutlich leistungsfähiger geworden.

Den Unterschied zu herkömmlicher Software zeigt ein einfacher Vergleich. Ein Kassensystem rechnet die Mehrwertsteuer nach einer festen Regel aus. Ein Mensch hat diese Regel programmiert, und bei gleicher Eingabe kommt immer dasselbe Ergebnis heraus. Bei KI schreibt niemand jede Regel einzeln auf. Das Programm bekommt viele Beispiele und findet die Muster darin selbst. Ein Spamfilter hat so aus sehr vielen E-Mails gelernt, woran man Werbung und Betrug erkennt.

MerkmalKlassische SoftwareKünstliche Intelligenz
Grundlagefeste Regeln von MenschenMuster aus Beispielen
Ergebnisimmer gleichmeist richtig, nicht immer
Stärkenrechnen, buchen, verwaltenSprache, Bilder, Vorhersagen
BeispielKasse berechnet SteuerSpamfilter erkennt Werbung

Wo begegnet Ihnen KI schon heute?

Vieles, was Sie täglich nutzen, arbeitet längst mit KI. Meist fällt es gar nicht auf.

  • Spamfilter sortieren unerwünschte E-Mails aus, ohne dass jemand jede neue Betrugsmasche vorher als Regel eingeben muss.
  • Das Navi berechnet die Route nach festen Regeln. Wie lange Sie im Stau stehen werden, schätzt es dagegen oft mit KI aus den Daten vieler früherer Fahrten.
  • Die Spracherkennung im Handy wandelt Gesprochenes in Text um, etwa beim Diktieren einer Nachricht oder bei Sprachassistenten.
  • Übersetzungsprogramme übertragen ganze Briefe in Sekunden in eine andere Sprache, etwa für eine Anfrage aus dem Ausland.

Das Navi zeigt, dass klassische Software und KI oft zusammenarbeiten. Die feste Regel liefert die Route, die KI die Schätzung der Ankunftszeit.

Wie lernt eine Maschine aus Beispielen?

Die Methode hinter den meisten KI-Anwendungen heißt maschinelles Lernen. Am Spamfilter lässt sich das Prinzip gut erklären.

  1. Das Programm bekommt sehr viele E-Mails, die Menschen bereits als „Spam“ oder „kein Spam“ markiert haben.
  2. Es sucht nach Merkmalen, die bei Spam häufig vorkommen, etwa bestimmte Wörter, verdächtige Links oder unbekannte Absendeadressen.
  3. Aus diesen Mustern entsteht ein Modell, also eine Art gespeicherte Erfahrung.
  4. Kommt eine neue E-Mail an, schätzt das Modell, wie wahrscheinlich es sich um Spam handelt.

Das Wort „wahrscheinlich“ ist dabei entscheidend. KI rechnet mit Wahrscheinlichkeiten, deshalb landet ab und zu auch eine echte Anfrage im Spam-Ordner. Je mehr gute Beispiele ein Programm bekommt, desto besser wird es in der Regel. Was in den Beispielen fehlt, kann es dagegen kaum erkennen.

Besonders leistungsfähige Verfahren arbeiten mit neuronalen Netzen, also Rechenmodellen, die lose dem Gehirn nachempfunden sind. Haben diese Netze sehr viele Schichten, spricht man von Deep Learning. Darauf beruhen heute Spracherkennung, Übersetzungsprogramme und auch ChatGPT.

Was ist generative KI?

Lange hat KI vor allem sortiert, erkannt und vorhergesagt. Generative KI kann zusätzlich etwas Neues erstellen, also Texte, Bilder, Stimmen oder Programmcode. Bekannt wurde sie durch ChatGPT, das Ende 2022 erschien.

Hinter solchen Programmen steckt ein Sprachmodell. Es wurde mit riesigen Textmengen trainiert und berechnet Stück für Stück, welche Fortsetzung am wahrscheinlichsten passt. Deshalb klingen die Antworten so natürlich. Wie das im Detail funktioniert, lesen Sie in unserem Artikel über Sprachmodelle wie ChatGPT.

Für Betriebe ist generative KI besonders nützlich, weil ein großer Teil der Büroarbeit aus Sprache besteht. Ein Handwerksbetrieb lässt aus Stichworten vom Aufmaß einen Angebotsentwurf erstellen. Eine Kanzlei lässt sich ein langes Schreiben zusammenfassen. Und im Rathaus entstehen Antwortentwürfe auf häufige Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern.

Was kann KI und was kann sie nicht?

Was KI gut kann

  • Große Mengen an Text, Sprache oder Daten schnell durchsehen und ordnen
  • Texte entwerfen, zusammenfassen, umformulieren und übersetzen
  • Wiederkehrende Fragen beantworten, auch abends und am Wochenende
  • Muster in vielen ähnlichen Fällen erkennen

Was KI nicht kann

KI hat kein Verständnis wie ein Mensch. Ihr fehlen Erfahrung, Bauchgefühl und ein Gespür dafür, was eine Antwort für jemanden bedeutet. Sie berechnet, was am wahrscheinlichsten passt. Meistens ist das brauchbar, manchmal ist es falsch.

Besonders tückisch sind sogenannte Halluzinationen. Dabei erfindet eine KI Fakten, Quellen oder Zahlen und trägt sie genauso überzeugt vor wie richtige Angaben. Außerdem weiß eine KI nichts über Ihren Betrieb, solange Sie ihr diese Informationen nicht geben. Und sie übernimmt keine Verantwortung. Die bleibt bei Ihnen.

Was bedeutet KI für Ihren Betrieb?

Sie müssen weder programmieren noch die Technik im Detail verstehen, um KI zu nutzen. Hilfreicher ist ein Blick auf Ihre Aufgaben. KI eignet sich besonders für Arbeit, die sich oft wiederholt, mit Sprache oder Text zu tun hat und nach ähnlichen Mustern abläuft. Einige Beispiele aus verschiedenen Branchen zeigen, wie das aussehen kann.

  • Im Friseursalon klingelt das Telefon, während alle schneiden. Ein KI-Telefon nimmt Terminwünsche an und trägt sie ins Terminbuch ein.
  • Ein Handwerksbetrieb lässt aus Notizen und Fotos von der Baustelle einen Angebotsentwurf erstellen und prüft ihn danach nur noch.
  • Eine Arztpraxis lässt häufige Fragen zu Öffnungszeiten oder Urlaubsvertretung automatisch beantworten und entlastet so den Empfang.
  • Im Rathaus sortiert KI eingehende Anfragen vor und bereitet Antwortentwürfe für die Sachbearbeitung vor.

Weitere Ideen finden Sie in unserem Artikel KI im kleinen Betrieb: 10 Aufgaben, die Sie heute abgeben können.

Fangen Sie klein an. Wählen Sie eine Aufgabe, testen Sie die Lösung einige Wochen lang und legen Sie fest, wer die Ergebnisse prüft. Achten Sie dabei auch auf den Datenschutz. Daten von Kundschaft, Patientinnen und Patienten oder Beschäftigten gehören nur in Programme, die für den geschäftlichen Einsatz gedacht sind und die Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) erfüllen.

Fazit

Künstliche Intelligenz besteht aus Programmen, die aus Beispielen Muster lernen und damit Sprache, Bilder und Daten verarbeiten. Sie kann viel Routinearbeit abnehmen, macht aber Fehler und braucht deshalb Menschen, die prüfen und entscheiden. Für Ihren Betrieb zählt vor allem die Frage, welche Aufgabe Sie zuerst abgeben möchten. Die Antwort finden wir gern gemeinsam mit Ihnen im kostenlosen Erstgespräch.

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